Montag, 3. Juli 2017

Cast Infinity


Nichts ist frustrierender, als ein Geduldspiel schon nach wenigen Minuten oder gar Sekunden zu lösen. Also je schwieriger desto besser. Nach langer Zeit hat Hanayama wieder ein Metallpuzzle der Kategorie sechs (sehr schwer) herausgebracht, Cast Infinity. Ich war gespannt.

Der Name des kompakten Metallobjekts leitet sich vom Unendlichkeitssymbol der Mathematik - einer liegenden Acht - ab (engl: infinity - Unendlichkeit). Zwei bewegliche Kerne im Inneren der Acht müssen befreit werden. Diese sind drehbar und können in machen Konstellationen ein Stück weit herausgezogen werden. Die Kerne überlappen sich an einer Stelle und sind mit Vorsprüngen und Aussparungen versehen, was Bewegungen erschwert.
 
Da der Mechanismus weitestgehend im Inneren verborgen ist, läuft im Grunde genommen alles auf ein spielerischen Durchprobieren hinaus. Zu einem systematischen Vorgehen hatte ich wenig Lust. Dazu hätte ich entweder mühevoll die unregelmäßige Struktur der Kerne ermitteln oder aber die Zugfolgen dokumentieren müssen (etwa linker Kern viertel Drehung, dann nach oben ziehen, dann rechter Kern halbe Drehung ...). Wie erwartet und erhofft dauerte es etwas, bis ich die drei Teile auseinander hatte. Wirklich schwierig war es aber nicht. Auch das anschließende Zusammensetzen stellte mich nicht vor eine unlösbare Aufgabe. Ich würde Cast Infinity daher als ein Puzzle der Kategorie vier (mittelschwer) oder fünf (schwer) bewerten, nicht aber mit sechs (sehr schwer). 

Von Ausnahmen abgesehen gefallen mir Geduldspiele mit verborgenen Mechanismen nicht sonderlich (auch wenn man gerade die bei Metallpuzzles häufig findet). Letztendlich fummelt man ohne großes Nachdenken so lange herum, bis man am Ziel ist. So auch bei Cast Infinity. Was für diese Hanayama Kreation spricht, ist die schwere massive Qualität und das ansprechende Erscheinungsbild.

eigene Bewertung
Amazon Bewertung


Donnerstag, 25. Mai 2017

Schwert (Scorpion's Sting)

Traditionell nehme ich ein Geduldspiel mit in den Urlaub und zwar eines von dem ich vermute, dass es mich eine Weile beschäftigen wird. Oft habe ich es dann aber bereits am Gate gelöst. Bei meiner diesjährigen Teneriffa-Reise fiel die Wahl auf Schwert von Professor Puzzle.

 
Schwert besteht aus einem länglichen Drahtrahmen, durch den eine mit kleinen Ringen abgeschlossene Nylonschnur führt. Zwei Kugeln befinden sich auf der Schnur sowie ein weiterer Ring, der abzutrennen ist. Ein nahezu identisches Geduldspiel ist unter dem Namen Scorpion's Sting bei Puzzle Masters erhältlich. Ich hatte mit derartigen Puzzels schon meine Erfahrungen gemacht - meist negative. Aus Schnur, Ringen und Kugeln bestehende Objekte sind ausgesprochen schwer auseinanderzubekommen. Aber ich war ja im Urlaub und hatte Zeit. 
 
Die Ringe ließen sich problemlos über die kleinen Kugeln führen. Diese passten aber nicht durch den Metallrahmen. All zu viele Zugmöglichkeiten gab es nicht. Schnell wurde mir klar, dass das der erwartet harte Brocken war. Nach ein paar Tagen festigte sich meine Meinung, dass es grundsätzlich unlösbar ist. Doch irgendwann fiel der freie Ring fast von selbst ab. Natürlich hatte ich mir nicht merken können, welche Bewegungen zum Ziel geführt hatten.
 
Fast genauso so schwierig war es, den Ring wieder zurück auf den Rahmen zu bekommen. Nach zwei Tagen war es schließlich geschafft. Wieder zu Hause angekommen unternahm ich einen neuen Anlauf. Ich versuchte systematischer vorzugehen und mir die Abläufe zu einzuprägen. Leider dauerte es dieses Mal noch sehr viel länger, bis ich den Ring in Händen hielt. Es war einfach hoffnungslos. Letztendlich führt wohl nur ein langwieriges Durchprobieren zum Ziel. Bis heute habe ich den zugrunde liegenden Trick nicht ermitteln können.
 
 
Wow, das war ein Geduldspiel nach meinem Geschmack: Sehr schwer zu lösen aber einfach aufgebaut, angenehm in der Hand liegend und alle Teile offen zugänglich. Da beim Spielen nur selten Metall auf Metall trifft, ist das Puzzeln zudem erfreulich geräuscharm. Wer Familie hat, wird das zu schätzen wissen.
 

Samstag, 22. April 2017

Popplock T10


Wohl kein Geduldspiel ist so schnell ausverkauft wie ein Popplock. Gewöhnlich ist die kleine Auflage bereits nach wenigen Stunden vergriffen. Leider befand ich mich gerade in Thailand, als die Mail von Rainer Popp eintraf. Da es im Hotel nur sporadischen Internetzugang gab, hatte ich wertvolle Zeit verloren und war wieder einmal zu spät dran. 


Glücklicherweise entdeckte ich noch ein Exemplar bei Puzzle Master und so bestellte ich kurz entschlossen bei dem in Kanada ansässigen Versender. Zwei Wochen später musste ich dann zum Zoll. Die Beamten staunten nicht schlecht - ein Vorhängeschloss aus Messing im Wert von 540 Euro!? Bald war ich von Neugierigen umringt, die unbedingt einmal das schwergewichtige Wertobjekt in die Hand nehmen wollten. Am Ende musste ich 118 Euro Zoll und Steuern bezahlen. Zusammen mit den Versandkosten addierte sich das auf 150 Euro. Es ist nicht verwunderlich, dass die Zollbeamten vom T10 fasziniert waren. Dreht man den Schlüssel, ändert das Schloss seine Gestalt. Die flachen Elemente verschieben sich auf unvorhersehbare Weise gegeneinander. Als ich dann noch erklärte, dass das Öffnen vermutlich mehrere Wochen dauern würde, war ich endgültig als Verrückter entlarvt.

Leider war ich mit meiner Schätzung zu optimistisch. Viel zu optimistisch. Auch nach langen Monaten war ich nicht nennenswert vorangekommen. Im Grunde genommen war ich viel nicht schlauer als damals auf dem Zollamt. Ich konnte ein paar der Scheiben gegeneinander verschieben, was aber nicht weiter führte. Sonst gab es keine beweglichen Elemente. Einige Male blockierte der interne Mechanismus. Der Schlüssel ließ sich dann nicht mehr herausziehen. Durch vorsichtiges Schütteln und Klopfen konnte ich mich aber immer aus diesen Situationen befreien.

Nach über einem Jahr gab ich auf. Ich hatte alle möglichen und unmöglichen Kombinationen durchprobiert. Vergeblich. Ich nahm das Lösungsblatt zur Hand und deckte es sorgfältig ab, so dass nur das oberste Bild sichtbar war. Und tatsächlich, der erste Zug war außergewöhnlich. Vermutlich wäre ich da nie von selbst drauf gekommen. Jetzt konnte ich eine weitere Scheibe bewegen. Der Rest war dann fast Routine. Durch unsystematisches Durchprobieren - für eine Analyse mit Papier und Bleistift hatte ich keine Lust mehr - war ich nach zwei Tagen endgültig am Ziel. Jetzt konnte ich den Bügel vollständig herausziehen. Das war mein letzter Fehler. Ich konnte ihn danach nicht mehr zurückschieben. Irgendwie hatten sich die Scheiben verschoben. Also das Ganze wieder von vorne. 

Mit dem Popplock T10 ist für mich eine wohl einmalige Pechsträhne verbunden: Die Mail von Rainer Popp traf in einem ausgesprochen ungünstigen Zeitpunkt ein, ich musste das Trickschloss über Kanada beziehen (obwohl Rainer ganz in meiner Nähe wohnt), ich musste in die Nachbarstadt zum Zoll, die Kosten erhöhten sich um 150 Euro, ich konnte es auch nach Monaten nicht lösen, das abschließende Zusammenfügen erwies sich als schwierig. Na ja, wenigstens gab es beim Puzzeln keine Verletzungen. Das kiloschwere Objekt hätte mir beispielsweise auf den Fuß fallen können.

Sonntag, 16. April 2017

Paperclip


Vor einigen Monaten habe ich ein für mich neues, hochinteressantes und herausforderndes Thema entdeckt: Digitales Geld - also Bitcoin oder Ethereum. Die Metallpuzzles sind dabei ein klein wenig in den Hintergrund geraten.
Das ausgesprochen schwergewichtige Paperclip stammt von Jean Claude Constantin. Es besteht aus zwei identischen, miteinander verbundenen Komponenten, die entfernt an Büroklammern (engl: paper clip) erinnern. Das Geduldspiel lag Weihnachten 2016 auf dem Gabentisch und war - zu meiner Enttäuschung - nach wenigen Minuten gelöst. Ende März nahm ich es mir erneut vor, doch dieses Mal schaffte ich es nicht auf Anhieb. Hatte ich in den drei Monaten Puzzlepause an Fertigkeit eingebüßt? Vielleicht. Ich benötigte jedenfalls mehrere Anläufe, bis ich die beiden Teile auseinander hatte.

Paperclip ist im Grunde genommen eine Variante des bekannten M&W-Puzzles (Cast Devil). Das soll aber keinesfalls abwertend gemeint sein. Eher im Gegenteil. Es ist zu begrüßen dass die dem MW Klassiker zugrunde liegende Idee noch einmal aufgegriffen wurde.

Das anschließende Zusammensetzen ist einfach. Es gibt nur eine Möglichkeit, die Teile zusammenzustecken. Dann ein paar spielerische Handbewegungen und schon ist der Ausgangszustand wieder erreicht. Insgesamt ein ordentliches Metallpuzzle mittleren Schwierigkeitsgrades. Was mich an Paperclip etwas stört, ist seine Übergröße. Ich bevorzuge kleinere Exemplare, aber das ist natürlich ein rein subjektiver Standpunkt.

Samstag, 21. Januar 2017

Sonne

Drahtpuzzles haben meist entweder einen sehr hohen oder einen sehr niedrigen Schwierigkeitsgrad. Ein mittelschweres ist Sonne von Jean-Claude Constantin. Das sollten auch Einsteiger ohne große Probleme bewältigen können.


Sonne gehört zu den etwas größeren Drahtpuzzles. Der Durchmesser beträgt ca. 15 cm und die Drahtstärke 4mm. Ziel ist, den kleinen Ring abzutrennen, der sich auf dem  Griffstück befindet und gleichzeitig den Rahmen umfasst. Natürlich funktioniert das nicht auf Anhieb. Irgendetwas blockiert immer.

Ich brauchte nicht lange, um einen Plan zu entwickeln. Die Strahlen der Sonne sind unterschiedlich lang, was das Durchschieben des Griffstücks erschwert. Durch systematisches Probieren kam ich dennoch schnell voran. Erst ganz zum Schluss wurde es etwas komplizierter. Dann hielt ich aber auch schon den kleinen Ring in der Hand.


Wie bereits erwähnt hat Sonne bestenfalls einen mittleren Schwierigkeitsgrad  (wer echte Herausforderungen sucht, sollte es einmal mit Rat Race versuchen). Wie fast alle Drahtpuzzles gibt Sonne optisch nicht sonderlich viel her. Der Spielspaß ist begrenzt, da das Puzzeln letztendlich auf ein wenig interessantes Durchprobieren hinausläuft.